Gartenmelde

Ist Melde nur ein lästiges Gartenunkraut?

Vielen Gartenbesitzern ist die wilde Melde bekannt, und sie würden nur zu gern auf diese Bekanntschaft verzichten. Dabei macht auch hier die ganz eigene Sichtweise die Beziehung aus. Ich habe die Gartenmelde schätzen gelernt, bekämpfe aber die wilde Melde nach wie vor, denn leider verkreuzen sich die verschiedenen Arten untereinander. Ich aber möchte meine schöne rote und wirklich hübsche Melde möglichst in dieser Form behalten. Es handelt sich dabei um eine einjährige Pflanze, die wie die Wildform auch zum Aussamen und Lästig-werden neigt, wenn ihr denn der Platz zusagt. Man kann natürlich auch die Samen rechtzeitig ernten und im März des nächsten Jahres an der Stelle wieder aussäen, an der man sie haben möchte.

Früher wurde die Melde als Spinat verwendet, und genauso nutze ich sie auch. Warum? Spinat wuchs einfach in meinem Garten nicht, da konnte ich machen, was ich wollte. Mangold war dann mein nächster Versuch, der zwar willig wuchs und gedieh, sogar für seine eigene Verbreitung sorgte, aber leider geschmacklich nicht ankam. Auf einem Seminar erfuhr ich, dass er – genauso wie Spinat und Rhabarber – Oxalsäure enthält, und manche Menschen reagieren darauf empfindlich. Irgend ein schönes Blattgemüse brauche ich aber, schon allein als Bett für die hier oben im Sommer angebotene Maräne, die zusammen im Ofen überbacken mit einer Sahnesoße einfach ein Gedicht ist.

Ich säe die Melde im März aus, und wenn sie eine Höhe von 100 – 150 cm hat, ernte ich die Blätter das erste Mal. Dann wird die Pflanze eingekürzt, so dass sie ein zweites Mal durchtreiben kann. So habe ich jedes Jahr zwei Ernten. In der Zeit der Blüte muss man allerdings darauf achten, dass keine wilde Melde in der näheren Umgebung blüht, sonst hat man im nächsten Jahr ein buntes Gemisch. Aber selbst wenn sich eine wilde Melde einschleichen sollte, bei der roten Melde fällt das im nächsten Jahr garantiert auf und man kann die unerwünschten Pflanzen, also die mit der falschen Blattfarbe, frühzeitig auskrauten.

In alten Kochbüchern findet sich der Hinweis, man möge die Meldeblätter in kochendes Wasser geben und ab dem erneuten Aufwellen zwei Minuten kochen, dann kalt abschrecken. Ich finde, sie verliert dadurch zu viel (Farb-)Stoffe. Deshalb dünste ich sie zusammen mit Zwiebelwürfeln in etwas Fett an und gebe sie dann in die Auflaufform. Darauf kommt nun der geputzte Fisch, beides wird mit Sahne (gewürzt mit Curcuma, Pfeffer und Salz und angedickt mit etwas Stärke, eventuell auch mit frischen Kräutern) abgedeckt im Ofen überbacken. Wer einen Fisch-Römertopf hat, sollte den mal versuchen…