Gartentipps

Walled Garden Teil 1

Wer das lokale Klima im Garten positiv beeinflussen möchte, macht am besten ein paar Anleihen bei alten englischen Gärten. Als ein Stichwort sein hier der “walled garden” genannt, also der mit einer Mauer umgebene Garten. Nun hat sicher nicht jeder die Möglichkeit, seinen Garten mit einer 2,5 m hochen Ziegelsteinmauer zu umgeben, da stehen schon allein Geld, Nachbarschaftsrecht und deutsche Gesetze gegen. Aber eine Umrandung aus passenden Heckensträuchern bringen auch etwas, und zudem können sie Mensch und Tier mit zusätzlicher Nahrung versorgen. Schließlich haben wir hier oben schon immer mit Knicks gearbeitet, um Windgewalt zu brechen, Erosion zu verringern und den natürlichen Feinde unserer Schädlinge Lebensraum zu schaffen.

Ich habe als erste Tat unseren Gemüsegarten mit einem Holzzaun umgeben, der nach Süden und Norden hin 180 cm hoch ist, nach Osten und Westen aber nur 90 cm. Den Aufwand haben wir gemacht, um zum einen endlich in Ruhe in dem Garten arbeiten zu können (schon mal einen Nachbarn bar jeglicher Ahnung gehabt, der zu jeder beobachteten Tätigkeit jenseits des Zaunes zwanghaft seine Kommentare abgeben muss?), zum anderen aber auch zum Schutz vor unseren “wilden” Tieren. Leider marschiert ab und an unsere Ponystute quer durch den Garten, und ihr ist es dabei ziemlich egal, durch welches Beet sie da gerade pflügt. Und dann haben wir noch zwei Katzen, die ihre Toilette am liebsten in fein geharkten und von der Sonne gewärmten Saatbeeten verrichten. Aus den drei Gründen wurde also ein ziemlicher Aufwand getrieben, der aber dazu führte, dass in dem entstandenen Kleinklima auch Paprika, Tomaten und Zucchini bestens gedeihen. Von dem Erfolg ermutigt wachsen jetzt auch an der Südseite des Nordzaunes zwei Feigenbäume. Schaun wir mal, ob das irgendwann auch zu Früchten führt. Erst mal bin ich jedes Frühjahr dankbar, wenn sich bei den beiden noch Leben zeigt und sie sich im Laufe des Sommers wieder zu Bäumchen entwickeln.

 

Walled Garden Teil 2

Unsere Grundstücksgrenzen sind inzwischen mit Haselnuss, Wildrosen, Holunder, Wildpflaume, Schlehe, Sanddorn, Rot- und Weißdorn, wilder Sauerkirsche, Felsenbirne und Buchenhecke  bewachsen. Die Früchte bieten uns wunderbare Verwendungsmöglichkeiten (dieses Jahr gab es das erste Mal Holunderblütensekt- was sich als ausgesprochen gefährlich herausstellte…) und sind zudem Nahrungsquelle und Unterkunft für diverse Vögel. Ziel ist ein langes Band an Sträuchern, das gleichzeitig Windschutz und Lebensraum ist.

Weitere Tipps werden folgen, versprochen!